my book of faces

ISRAEL/STÜCKE/AKTUELL II

MEIN GESICHTERBUCH

Mitten in Israel gibt es einen unabhängigen Staat, nämlich den Staat von Tel Aviv. Die Menschen dort leben in ihrer eigenen Blase, während der Rest vom Land zur Hölle gehen könnte. Die Atmosphäre der Bauhausstadt am Meer ist tolerant. In Tel Aviv werden Schwule nicht auf offener Straße angegriffen. Die Bürger von Tel Aviv betrachten Palästina als reale Nation unter realer israelischer Besatzung. Außerhalb von Tel Aviv wird den Einwohnern der Stadt Hedonismus, Egoismus, Mangel an Patriotismus und außerdem Glaubenslosigkeit vorgeworfen. Fünf Kindheitsfreunde in den späten Zwanzigern möchten ihr Leben weiterführen, Facebook soll ihnen dabei helfen. Doch Krieg ist vor ihrer Haustür, die Realität holt sie ein, kein Ausweg ist in Sicht.

„My book of faces“ wurde  2014 beim Akkofestival mit dem ersten Preis ausgezeichnet.

Spigot: Fuck. Was jetzt (liest) Freundschaftsanfrage von Simone de Beauvoir. Was soll das? (liest) Ich durchwandere eine wahre Wüstenwelt, eine derart verdorrte Welt, wo die einzige Oase die Wertschätzung ist, die ich mir hin und wieder selbst entgegenbringe. Freundschaftsanfrage annehmen. Kommentieren: Bravo Schwester, Spigot zieht unbekannterweise den Hut. (zögert liest noch mal)  Nicht zu den Grenzen von 1948 oder 67, ich will einen Mann lieben, der keinen Hass in sich trägt. (...)

INNA EIZENBERG ist eine vielfach ausgezeichnete Theaterautorin. Sie hat an der Universität von Tel Aviv (Regie und Dramaturgie) und am Kibbutzim College of Education, Tel Aviv (Theaterleitung und Erziehung) studiert. Stücke u.a.: „Someone Will Die in the End” (winner of the Shraga Bar Award for New Play); „The Sexual Neuroses of our Parents” und „The Dreams of Anonymous”. „My Book of Faces” (1. Preis: Acco Festival for Alternative Theatre, Preis für das beste Stück 2013 beim Accofestival, Dov Gurfong Preis für neues dramatisches Schreiben) wurde von der deutschen Akademie der Künste übersetzt und wird in Wien seine Vorpremiere haben.

 
11.10.2015
20:00 Uhr

von Inna Eizenberg

aus dem Hebräischen von Gundula Schiffer

Litag Theaterverlag

Das Stück wurde im Auftrag der Akademie der Künste für ein Dramatiker-Treffen, welches jetzt im Oktober 2015 in Berlin stattfindet, ins Deutsche übersetzt. Wir bedanken uns dafür, die Übersetzung zur Verfügung gestellt bekommen zu haben.

Regie: Jens Bluhm

mit: Katharina Haudum, Johanna Wolff, Béla Bufe, Robert Finster, Florian Haslinger

Anschließend: Susanne Höhne und Jens Blum im Gespräch mit Inna Eizenberg



 
 

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