Beiprogramm

zu "Verstehen Sie den Dschihadismus in acht Schritten" (Zucken)

In den Beiprogrammen zu Verstehen Sie den Dschihadismus in acht Schritten (Zucken) von Sasha Marianna Salzmann diskutieren wir mit unseren Gästen die Frage, warum junge Europäer in den Krieg ziehen. In den verschiedenen Gesprächen soll es sowohl um individuelle Erfahrungen von Menschen gehen, die bereits den Weg der Radikalisierung gegangen sind, als auch auf um die allgemeinere Frage, welche Stellen im Gefüge der westlichen Gesellschaft dafür verantwortlich gezeichnet werden können, dass junge Menschen zunehmend das Gefühl haben für ein anderes Lebensmodell bis ans Äußerste gehen zu müssen. Wir freuen wir uns sehr, folgende Gäste im Theater begrüßen zu dürfen:

Sonntag, 04.03.18, 13.00 - 15.00 Uhr

Vortrag und Gespräch von und mit Deradikalisierungsexperte Moussa Al-Hassan Diaw

Was führt zur Radikalisierung von jungen Menschen, sodass sie bereits sind als „Fremde Kämpfer“ nach Syrien und den Irak zu fahren? Was sind die ideologischen Hintergründe dieser extremistischen Ideologie und welche Rolle spielen dabei soziale Medien? Wer kann zur Hilfe bei bereits radikalisierten Jugendlichen zu Rate gezogen werden? Welche Entwicklungen hat es auf diesem Gebiet in den letzten Jahren gegeben und an welchem Punkt stehen wir gerade? Welche Entwicklungen sind in Zukunft zu erwarten? Diese und weitere Fragen werden von und mit Moussa Al-Hassan Diaw beantwortet und diskutiert, der zu diesem Thema forscht und jahrelange Erfahrung in der Praxis hat.

Moussa Al-Hassan Diaw lebt seit seinem dritten Lebensjahr in Österreich. Er ist Mitgründer des Vereines DERAD, welcher im Auftrag des Bundesjustizministeriums für Justizanstalten und Gerichte im Bereich der Extremismusprävention und Deradikalisierung tätig ist. Er ist Doktorand an der Universität Osnabrück, wo er zum Thema „Muslimischer Zelotismus und politischer Salafismus“ promoviert und als wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig war. Er Lehrender an der Pädagogischen Hochschule Linz und in der Lehre an weiteren Universitäten tätig. Er engagiert sich im muslimisch-jüdischen Dialog als Teil des EMJD. In seinen Publikationen und Forschungsarbeiten hat er sich unter anderem mit den Themen politische Ideologisierung von Religion, Migration und Identität, Rassismus, antimuslimischen Rassismus und Antisemitismus auseinandergesetzt. Zuletzt hat er im Auftrag des Außenministeriums eine Studie im Rahmen der Extremismusprävention erstellt und wurde im Rahmen der NGO DERAD mit einer weiteren Studie beauftragt. DERAD ist Teil des RAN Netzwerkes der Europäischen Kommission. 

Freitag, 09.03.18, 21.30 Uhr 

Gespräch mit Prof. Dr. Jürgen Manemann im Anschluss an die Vorstellung

In seinem Buch Der Dschihad und der Nihilismus des Westens. Warum ziehen junge Europäer in den Krieg? stellt Manemann die Frage, warum der Dschihadismus auf junge Menschen in der westlichen Welt eine so große Faszination ausübt. Er geht den Ursachen für diese Anziehungskraft auf den Grund, indem er die Perspektive auf die kulturellen Krisen westlicher Gesellschaften richtet: auf Gefühle der Leere, der Sinn- und Hoffnungslosigkeit und ihre Folgen in Form von Resignation, Ressentiment und Zynismus. Der Dschihadismus präsentiert sich hier als Therapie gegen diese sozialen Pathologien.

Nach der Vorstellung wird Herr Manemann einen kurzen Einblick in seine Arbeit und Perspektiven zum Thema des Buches und zum Stand der aktuellen Entwicklung geben, sowie für Fragen und Diskussionen zur Verfügung stehen.

Prof. Dr. Jürgen Manemann ist Direktor des Forschungsinstitut für Philosophie Hannover. Seine Arbeitsschwerpunkte sind neben Fragen der Umweltphilosophie, neue Demokratie- und Politiktheorien, die Verhältnisbestimmung von Religion und Politik und Wirtschaftsanthropologie. Er ist Herausgeber der Buchreihen Philosophie aktuell, Studies in Humanism and Atheism und des Philosophie-Journals fiph-Journal. Darüber hinaus ist er Mitorganisator der Veranstaltungsreihe „Junge Philosophie Hannover“.

 
04.03.2018
13:00 Uhr


 
 

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