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Theater Nestroyhof Hamakom
Ausblick und Rückblick


03.08.2010

Liebe Freunde,

„Wien bekommt kein neues Theater, sondern ein altes holt sich seine Gegenwart zurück“. Mit diesen Worten eröffneten Amira Bibawy und Frederic Lion, die Leiter des Theater Nestroyhof Hamakom, im Juni 2009 ihre erste Programmpräsentation.

Ein Jahr ist vergangen und das Theater Nestroyhof Hamakom hat sich erfolgreich in der Gegenwart platziert: über 90 Vorstellungen mit insgesamt 8.800 Besuchern (5.300 im regulären Spielbetrieb und 3.500 im Rahmen von Ausstellungen und Events). Dieses Ergebnis kann sich sehen lassen, vor allem,  wenn man berücksichtigt, dass das Theater, maßgeblich gefördert von der Kulturabteilung der Stadt Wien und dem BMUKK, trotzdem finanziell nicht so ausgestattet ist, einen durchgehenden Spielbetrieb - vergleichbar mit anderen Mittelbühnen der Stadt -  gewährleisten zu können. Nichtsdestotrotz ist dem Theater Nestroyhof Hamakom der Spagat gelungen, Kontinuität zu zeigen.

An dieser Stelle sei allen Beteiligten - intern wie extern - gedankt, die das Theater Nestroyhof Hamakom in seiner ersten Saison im Spannungsfeld von Auseinandersetzungen im aktuellen, globalen Kontext zwischenkultureller Bewegung, Ausgrenzung und Entgrenzung, Gedächtnis und Identitätskampf, Flucht und Zuflucht begleitet haben, wohl wissend, dass der Neustart eines Theaters nicht immer ein Spaziergang ist.

 

RÜCKBLICK - Saison 2009/2010

„Rückkehr nach Haifa / Small Talk“ von Ilan Hatsor im November 2009 war die Eröffnungsproduktion, welche die grundsätzliche programmatische Linie des Hauses vorstellte: ein Stück über hehre Friedensziele, Lebenslügen und scheinbar historisch legitimierte Besitzansprüche.

Gleich daran schloss das von Amira Bibawy kuratierte internationale Festival „El Hakawaty / Palestine Monologues“ an. Es wurden Theaterstücke, Lesungen und Vorträge, Tanz, Konzert- und Filmvorführungen präsentiert:  Perspektiven palästinensischer Monologe, die mit anderen Welten, Dramen und Visionen in Verbindung stehen.

Werner Koflers „Tanzcafè Treblinka“ in der Inszenierung von Frederic Lion mit Erni Mangold und Hanno Koffler war in beiden Spielserien Ende Januar und Anfang März 2010 ausverkauft.

Neben diesen ersten Eigenproduktionen waren unter anderem zu Gast im Theater Nestroyhof Hamakom die Uraufführung „Hennir“ von Antonio Fian mit Isabel Karajan Ende 2009 und die österreichische Erstaufführung „Kols letzter Anruf“ von Joshua Sobol (Sobol inszeniert Sobol!) mit Georg Darwas im Mai 2010.

Im interdisziplinären Programm ist neben spannenden Workshops mit Jean Guy Lecat und David Maayan, die Ausstellung „Was damals Recht war…“ über die Opfer der Wehrmachtsjustiz hervorzuheben, an deren Anschluss die Initiatoren den Erfolg des im Oktober 2009 vom Nationalrat beschlossenen Aufhebungs- und Rehabilitationsgesetzes zeichnen konnten.

Das Format des Hamakom Salons hat viele und für vieles offene Gäste und Gastgeber aus verschiedenen Ländern und Welten im Theater versammelt: Parallel zu den Hauptproduktionen boten die Salons eine hybride Struktur an interdisziplinären Projekten aus den Bereichen Literatur, Kunst, Wissenschaft, Diskurs, Musik und Film.

(Auf der Homepage finden sich unter den Menüpunkten Programm und Presse mehr Informationen und kleine Videorückblicke zu allen Projekten der letzten Saison.)

 

AUSBLICK - Saison 2010/2011

Anfang Oktober präsentiert das Theater in Koproduktion mit Thomas Jelinek und der LABfactory das transdisziplinäre und internationale Festival „UNDERGROUND CITY 21“; das Projekt wurde in einem Hamakom Salon im Mai 2010 vorgestellt.

„WEISSBROTMUSIK“, ein Stück von der 1985 in Russland geborenen Marianna Salzmann, inszeniert von Hans Escher gelangt am 19. Oktober 2010 im Theater Nestroyhof Hamakom zur Österreichischen Erstaufführung. Das Stück ist inspiriert von der Diskussion um den vermeintlichen Zusammenhang zwischen Gewaltbereitschaft und kulturellen Wurzeln. Eine Produktion der WIENER WORTSTAETTEN in Kooperation mit dem Theater Nestroyhof Hamakom.

Ende November 2010 inszeniert Frederic Lion das Drama „NORDOST“ (von Torsten Buchsteiner), das die Geiselnahme im Moskauer Dubrowka-Theater im Herbst 2002 thematisiert, aus den Perspektiven von drei Frauen. „Monologe, Dialoge, Trialoge - dazu ein Prolog und ein Epilog: Das Stück hat einen fast klassischen Aufbau, und es hat einen Rhythmus, eine Beschleunigung, eine emotionale Kompression, die anrührt, erschreckt, schockt. Ein Wahnsinnsaugenblick der Zeitgeschichte,“ schrieb Gerhard Jörder über das Stück in der ZEIT.  

Ende Januar bis Mitte Februar 2011 findet die Österreichische Erstaufführung „BANALITÄT DER LIEBE“ von der israelischen Schriftstellerin Savyon Liebrecht in einer Inszenierung von Michael Gruner mit Hans Diehl (u.a.) statt. Hannah Arendt und Martin Heidegger. Eine Geschichte über eine Liebe. Eine Geschichte über die Welt, in der es sie gab.

Über die gesamte Saison bietet das Theater Nestroyhof Hamakom weiterhin eine Fülle an vielfältigen, interdisziplinären Projekten. Ausstellungen (u.a. im Rahmen des ‚Monats der Fotografie’), Workshops, Matineen und – jeden Montag den HAMAKOM SALON, als Rahmen für ein Geschehen, das sich durch die Teilnehmer, die Gäste und ihre Entgegnungen, Vernetzungen und Vorstellungen ereignet.

(Der Spielplan 2010/2011 mit Details über alle Produktionen und Projekte wird ab 14. September 2010 auf der Homepage und in den Publikationen veröffentlicht. Anmeldungen für Email-Einladungen unter dem Menüpunkt ‚Newsletter’.)

 

Wir freuen uns auf ein Wiedersehen im Herbst und wünschen bis dahin eine wunderschöne Sommerzeit!

Mit herzlichen Grüßen,

auch von Amira Bibawy und Frederic Lion,

 

Heide Linzer

 

a r t : p h a l a n x
theater-nestroyhof-hamakom@artphalanx.at
www.artphalanx.at
www.hamakom.at

 

Live Concert with Irene Coticchio


24.06.2010

Dear Friends,
 
We want to thank all of you for accompanying us through the first year of Theater Nestroyhof Hamakom and would love to welcome you to this season's final Salon,

Live Concert with Irene Coticchio
on Monday, 28 June, 2010, 8:30 p.m.

CASTING im Theater Nestroyhof Hamakom


02.06.2010

Das Theater Nestroyhof Hamakom sucht Schauspieler/innen aller Altersgruppen für verschiedene Produktionen und veranstaltet ein Casting mit den Regisseuren Frederic Lion und Michael Gruner am 24. und 25. Juni.

Wir bitten um schriftliche Voranmeldung mit Unterlagen bis spätestens 21. Juni 2010 unter contact@hamakom.at oder postalisch an das Theater Nestroyhof Hamakom, Nestroyplatz 1, 1020 Wien.

Persönliche Einladungen erfolgen ab 22. Juni.

ACADEMY OF THE IMPOSSIBLE


24.05.2010

Workshop with DAVID MAAYAN

Registration:
contact@hamakom.at

SOBOL INSZENIERT SOBOL / KRITIKEN


20.05.2010

Kols letzter Anruf von Joshua Sobol

Sobol inszeniert Sobol: Das ist brisant und bissig

„… Großartig, wie Darvas dieses Monodrama, diese als Telefonate ausgewiesenen Zwiegespräche, gestaltet. Erst resignierend, flirtend und manipulativ, wenn er Gesprächspartner um den Finger wickeln will, dann triumphierend. … Sehr spannend!“
Michaela Mottinger, Kurier

Am Handy für die Gerechtigkeit

"…‘Kols letzter Anruf‘ ist … eine Charakterstudie. … Wie Kol mit angespannten Gesichtsausdruck auf imaginäre Leute einredet, wie er schreit und reuig um Verzeihung bittet, wie er gehetzt auf und ab geht, sich durchs Haar fährt – mit ausgewogenem Tonfall, mit feiner Mimik und Gestik zeichnet Davas einen von seiner Mission besessenen Charakter, der seinem Recht nachhetzt. …“
Klaus Huhold, Wiener Zeitung


„… Im Laufe des eineinhalbstündigen Abends ergeben die einzelnen Telefonate ein größeres Ganzes und anfänglich verwirrende Einzelbemerkungen werden in dieses Bild integriert. Durch diese stückchenweise Entwicklung kann das Publikum bis zuletzt mit fiebern, ob der Hauptdarsteller seiner Strafe nicht doch noch entgehen kann. Denn auch wenn Kol sehr wohl mit schlechten Eigenschaften ausgestattet ist, so bleibt er auch aufgrund der Darstellung Darvas grund-sympathisch, da fehlbar und menschlich. Das Premierenpublikum dankte es ihm wie Regisseur Sobol mit anhaltendem Applaus.
Christoph Griessner, APA