KRITIK/DIE KOMMANDEUSE und COVERGRIL
DERSTANDARD.at - Gil, 02.05.2013
DIE GRÜNDE WEIBLICHER TÄTERSCHAFT
[...]
Zwei Frauen begehen Verbrechen, deren Grausamkeit Entsetzen auslöst. Die eine, Ilse Koch, stiftet als Frau des Kommandanten des KZ Buchenwald zu Körperverletzung und Mord an, die andere, US-Army-Soldatin Lynndie England, verkörpert durch ihre Beteiligung an der Folter von Irakern im Gefängnis von Abu Ghraib das böse Amerika. Zwei sehenswerte Monologe an einem Abend mit dem Übertitel "Täterinnen!" hinterfragen im Theater Nestroyhof Hamakom Herkunft und Verhaltensmuster weiblicher Täterschaft.
Barbara Gassner versteht es auf hervorragende Weise, das "Covergirl" Lynndie England darzustellen. Sie zeigt die knapp 21-jährige Frau, deren Fotos mit Häftlingen an der Leine 2004 um die Welt gingen, impulsiv und wechselt gekonnt zwischen männlichem Kriegsgehabe, unterwürfiger Frau mit Blondhaarperücke und mütterlicher Fürsorge. Der Text von Barbara Herold erzählt die Geschichte einer Durchschnittsamerikanerin, die sich, inspiriert von Actionkriegsfilmen, früh für die Army begeisterte, sich bei Eintritt in den vor Männlichkeit strotzenden Vorgesetzten verliebt, völlig unvorbereitet in den Irakkrieg abkommandiert wird und sich auf perverse und menschenunwürdige Spielchen einlässt. Regisseurin Barbara Schulte inszeniert reduziert und stimmig.
Verwelkte Eichenblätter oder Asche fallen nach der Pause. In "Die Kommandeuse" von Gilla Cremer ist es wiederum die Schauspielerin, die brillant das verbrecherische Verhalten einer Sadistin und Uneinsichtigen nach und nach offenlegt: Ingrid Lang als Ilse Koch rezitiert in altertümlich-aufreizender Unterwäsche (Kostüm: Sabine Volz) deutsche Dichtkunst, besingt Natur und Vögel und reitet sich hoch zu Ross durch die Betten der Nazi-Eliten.
In der etwas zu lang geratenen Inszenierung von Frederic Lion steht die abermals beklemmende Frage im weitläufigen Bühnenraum, was diese sexuell gesteuerte Frau antreibt und woher ihre Überzeugung stammt, alles als Verschwörung gegen sie anzusehen. Antworten gibt's keine. Aber eindrucksvolles Theater.
KRITIK/DER RORSCHACHTEXT
DERSTANDARD.at - Herr Ender, 12.10.2012
Eine schweizer Reise im Nestroyhof
"Der Rorschach Text", eine Produktion von Zoon Musiktheater, geschrieben und inszeniert von Thomas Desi
Ein ungarischer Pelzhändler versucht Februar 1945 mit der Tochter durch Österreich in die - "rettende" - Schweiz zu gelangen. Überraschenderweise tut er dies, beladen mit Pelzen und in Schmalz eingelegten Juwelen, in einem eigenen Güterwagon, den er an andere Züge anzuhängen versucht; noch mehr überrascht, dass er die Grenze zur Schweiz auch erreicht.
Diese ist jedoch bewacht, Übertritt unmöglich. Zu diesem Fluchtpunkt der Geschichte werden Auszüge einer Rede des Bundesrats Eduard von Steiger zitiert, der die Abschottungspolitik verteidigte ("Das Rettungsboot Schweiz ist voll"), sowie Stellen eines Briefes einer Sekundarklasse aus dem Schweizer Städtchen Rorschach, in dem Schülerinnen verurteilt hatten, dass man so hilfsbedürftige Menschen "wie Tiere (...) herzlos in das Elend zurückstößt".
Es gibt in dieser stimmungsvollen (Theater Nestroyhof) gezeigten Produktion von Zoon Musiktheater (Regie/Buch: Thomas Desi) einige Unwahrscheinlichkeiten und unverständliche Textebenen (Musik spielt eine eher dekorative Rolle). Der Hauptstrang von Der Rorschach Text fesselt indes, und dies dank der Leistungen: so die wundervolle Mia Krieghofer als Tochter, Karl Maria Kinsky als Kriegsgewinnler mit Wiener Vorstadt-Schmierigkeit und allen voran Tristan Jorde als Hauptfigur. Die outragefreie Exaktheit, mit der er einen Menschen, auch eine Gesellschaftsschicht und eine ganze Zeit nachzeichnet, wiedererschafft, ist ganz große Kunst.
KRITIK/WARUM DENN GRAD EISLER
DER STANDARD.at - Ronald Pohl, 19. September 2012, 17:04
Von der belebenden Wirkung der Klugheit in der Musik
"Warum denn grad Eisler" im Theater Nestroyhof
Wien - Man wird doch noch rhetorisch fragen dürfen! Warum denn grad Eisler nennt das Theater Nestroyhof Hamakom seine szenische Hommage an den Jahrhundertkomponisten Hanns Eisler (1898-1962), bezeichnenderweise ohne Fragezeichen. Die Antwort fällt nach Genuss des von Anna Hauer eingerichteten Abends mit herrlichem Gesang und skizzenhaftem Bühnenspiel umso leichter. Ohne dieses kleine, hochgebildete Energiebündel namens Eisler, dessen 50. Todestages heuer gedacht wird, wäre die Sache der "Neuen Musik" bereits vor 60 oder 80 Jahren ein Gegenstand für Zahlenmystiker geblieben.
Als Meisterschüler des bürgerlichen Revolutionärs Arnold Schönberg stellte Eisler die Dodekafonie - die Lehre von den zwölf aufeinander bezogenen Tönen - vom Kopf auf die Füße. Eisler-Kompositionen, gleich ob Lied, Chor, Klavierstück oder fein ziseliertes Kammermusikwerk, erkennt man blind (wenn auch nicht taub) an ihrem süffisanten Schwung. Auch ein anderer, gewiss bedeutsamer Umstand wird im Hamakom-Theater nicht verschwiegen: Eisler war in die Wolle gefärbter Kommunist. Punkt.
Auf der kahlen Bühne steht ein Klavier (Armin Fuchs), eine Sängerin im grünen Hängekleid (Annette Fischer) stimmt einen Eisler'schen Zeitungsausschnitt für Gesang und Klavier op. 11 an.
Es "passiert" im Folgenden nicht viel an diesem hinreißenden Abend. Der Schauspieler-Sänger Raphael von Bargen gesellt sich zur Eisler-Sängerin, mit Fortdauer des Abends bekommt man auch die Mitglieder des Chors Kördölör immer öfter zu Gesicht. Das völlig irrwitzige Leben dieses Orpheus aus Wien, den es nach Berlin und anschließend in die Emigration in die USA verschlug, wird aus O-Tönen, mit viel Mut zur beredten Lücke, hastig zusammengeflickt. Der Gestus der Aussparung hätte Eisler bestimmt gut gefallen. Ebenso der Nachweis, dass Eislers Gesänge, die zumeist Vertonungen von Brecht-Gedichten sind, keiner Kommentierung bedürfen.
Wie ein Refrain jedoch kehrt die Ballade vom Wasserrad wieder. Das ähnlich geartete Lied von der belebenden Wirkung des Geldes singt von Bargen durch den Bügel einer hochgestemmten Sitzbank. Zettel flattern über die Bühne; Eislers Zitierung vor den Ausschuss für unamerikanische Umtriebe glimmt wie ein Fanal auf. In der DDR erklärt man den Komponisten der zonalen Bundeshymne zum bürgerlichen Ästheten. Bargen stellt im Alleingang Szenen aus dem inkrimierten Faustus-Buch nach. Über allen aber schwebt Eisler, das Original: das wienerisch gefärbte Organ eines Weltbürgers, eines Sendboten der Intelligenz in der Musik. Der akklamierte Abend dürfte trotz Geldsorgen noch zweimal aufgeführt werden. (Ronald Pohl, DER STANDARD, 20.9.2012)
KRITIKEN/WIR SIND DIE NEUEN JUDEN
Stammtisch im Nestroyhof: „Wir sind die neuen Juden“
22.05.2012 | 18:33 | NORBERT MAYER (Die Presse)
Kramar und Lion spießen in der Uraufführung arge Polit-Sprüche auf. Auf der Bühne liefern sie eine bemerkenswerte, scharfe Analyse des politischen Stammtischniveaus in Österreich.
Im Keller des Nestroyhofes dürfen Zuseher des Hamakom-Theaters am Montag an einem riesigen Tisch Platz nehmen. Auf dem Tischtuch aus Papier steht überall: „Aus dem Zusammenhang gerissen“. Wie ein Wirtshaus wirkt die Bühne, und tatsächlich wird dem Publikum später Bier serviert werden. Aus dem Vorhang treten Hubsi Kramar und Frederic Lion mit einem fröhlichen Schalom hervor. 80 Minuten liefern der Direktor des 3Raum- und der des Hamakom-Theaters eine bemerkenswerte, scharfe Analyse des politischen Stammtischniveaus in Österreich unter besonderer Berücksichtigung der FPÖ: „Wir sind die neuen Juden“ nennen sie diesen Abend, der vor allem aus dem Verlesen enthüllender Zitate, Videos mit FPÖ-Chef H.-C. Strache und Räsonieren über die Zustände in einem Land besteht, das anscheinend besonders gefährdet ist, dem Laster der Xenophobie und des Antisemitismus im Speziellen zu verfallen.
Die Vorführung ist minimalistisch. Dadurch wirken „Sager“ österreichischer Politiker in ihrer angehäuften Form umso stärker. Böse Sprüche sind kein Privileg der Freiheitlichen, es wurden auch schändliche Sätze der Bundeskanzler Figl und Kreisky ausgegraben, des Bürgermeisters Lueger und seines Freundes Kunschak, des SPÖ-Ministers Helmer. Ein Typ brüllte einst sogar ungeniert „Saujud“ im Parlament.
Die Ansammlung gezielter Brutalität aber, die J. Haider, der verunglückte Langzeit-Chef des Dritten Lagers, und der jetzige FPÖ-Obmann H.-C. Strache verbreitet haben, ist atemberaubend. So viel negative Energie! Der Unterschied: Haider hatte eine diabolische Lust am Wortwitz, wenn er zündelte, Strache hingegen flüchtet bei beschränkter Rhetorik gern in die Opferrolle. Das wird exemplarisch an seinem Satz „Wir sind die neuen Juden“ gezeigt, den er laut „Standard“ im Jänner beim Ball der Korporierten in der Hofburg gesagt haben soll, nachdem radikale Demonstranten Gäste attackiert hatten. Strache ein verfolgter Ersatz-Jude? Im eingeblendeten ORF-Interview spielt er ihn erbarmungswürdig. Schräg sind auch Ausschnitte aus seinen Aschermittwoch-Tiraden. Dieses Opfer traut sich alles zu.
„Faschisten in der Maske der Demokraten“
Derbe Trinksprüche von Burschenschaftern, Vulgäres vom blauen Ideologen Mölzer, Polemiken wie die von Frau Winter gegen Mohammed, Graf gegen den Chef der Kultusgemeinde und Gudenus zu Gaskammern runden das Sittenbild ab. Als irre Ergänzung wird eine kühl von einem Schauspieler vorgetragene Rede des SS-Führers Himmler gebracht, der die Rolle von Opfer und Täter bereist 1943 umkehrte. Der Abend endet mit einer etwas eitlen Inszenierung – Kramars Aktionismus als Hitler-Parodie beim Opernball 2000 – sowie traurigen Erinnerungen Lions an eine verhinderte wirkliche Restitution. Als Fazit aber gibt es strenge Philosophen: Jeanne Hersch, Jean-Paul Sarte. Und Theodor W. Adorno. Der fürchtete sich vor der „Rückkehr der Faschisten in der Maske der Demokraten“. Nachdenklicher Applaus.
Termine: 23. u. 25.5., 3raum-Anatomietheater. 24.5. Nestroyhof-Hamakom, 21 Uhr
("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.05.2012)
KRITIKEN/POTOCARI PARTY
Dorian Waller/DER STANDARD 17.04.2012
VÖLKERVERBINDENDE TRAUERARBEIT
Österreich-Premiere von "Potocari Party" - Inszeniert hat das Stück des bosnischen Autors Almir Basovic der serbische Regisseur Stevan Bodroza
Wien - Die Aufarbeitung des Massakers von Srebrenica, bei dem über 8000 Bosniaken ermordet wurden, ist auch 17 Jahre später eine der großen Herausforderungen für die Zukunft der Region. Der Wunsch nach Völkerverständigung liegt auch der deutschsprachigen Erstaufführung von Potocari Party - Erscheinungen aus dem silbernen Zeitalter im Hamakom-Theater zugrunde. Mit Stevan Bodroza hat ein serbischer Regisseur das Stück des bosnischen Autors Almir Basovic inszeniert (für Poolparticipants). Dadurch wird schon die Aufführung an sich zum Beispiel der Annäherung zwischen den Volksgruppen. Umso schöner, dass auch die Inszenierung gelungen ist.
Potocari Party erzählt in erster Linie vom Leid Fatimas (Ana Stefanovic-Bilic), die ihren Sohn und ihren Mann im Krieg verloren hat. Doch auch andere mit dem Völkermord verbundene Personen kommen zu Wort, etwa der Waffenhändler, die in ihrer Überforderung We Are The World -singenden UN-Soldaten oder der an der Zwecklosigkeit seiner Kunst verzweifelnde Autor. Alexander Braunshör, Jaschka Lämmert, Tim Breyvogel und Gottfried Neuner schlüpfen auf der bis auf Tisch und Stühle kahlen Bühne in die verschiedenen Rollen. Der Tarnanzug macht zum Soldaten, eine Plastikschüssel zum Blauhelm (Kostüme: Renato Uz).
Während das Stück so zwischen dem Symbolischen und dem allzu Realen, dem Vergangenen und dem Gegenwärtigen hin- und her-springt, erschließen sich gleichzeitig Menschheitstragödie und persönliches Schicksal. Fatimas Mann hatte sich und seinen Sohn einst irrtümlich an mit gestohlenen Blauhelmen verkleidete Serben ausgeliefert, sie selbst erkrankt an Diabetes und erblindet.
Impulsiv, aber nie stumpf, berührend, aber ohne aufgesetztes Pathos gelingt Stevan Bodroza und den Darstellern ein intensives Stück Theater, dem aufgrund seiner bloßen Existenz trotz aller Trauer auch ein Fünkchen Hoffnung innewohnt.
Sara Schausberger/FALTER 16/12
NACH DEM KRIEG IST VOR DEM KRIEG
Wenn auf der Bühne das MAssaker von Srebrenica auf dem Spiel steht, kann das sehr laut und brutal sein, obwohl man still erzählt, die Bombenangriffe nur aus der Ferne erklingen lässt, die Schläge statt MEnschen nur Tische und Stühle treffen, Kleidungsstücke als Leichen fungieren. Dem serbischen Regisseur Stevan Bodroza gelingt mit seiner Inszenierung [...] eine solch subtile Form des Erzählens. Alle kommen auf der Bühne zu Wort: Fatima (großartig: Anna Stefanovic Bilic), die im Massaker Mann und Sohn verloren hat, in Srebrenica stationierte UN-Soldaten, bosnische Paramilitärs, das Rote Kreuz, und der Autor des Stückes selbst. Ein schöner, berührender Abend.
KRITIKEN/ICHUNDICH
„ICH UND ICH“: EINE PACKENDE „FAUST“- PARAPHASE
26.01.2012 | 18:12 | (Die Presse)
Michael Gruner inszeniert im Theater Nestroyhof die expressionistische Sprachoper grandios minimalistisch und mit einem tollen Ensemble.
Mitten im II. Weltkrieg schrieb die expressionistische Dichterin Else Lasker-Schüler (1869–1945) eine „Faust“-Paraphrase: Faust und Satanas-Mephisto sind der Welt abhandengekommen, in der Hölle führen sie ihre hochgeistigen Gespräche weiter. Doch Unbill naht: Nazi-Größen erscheinen, um Petroleum zu tanken – und weil sie sich so kannibalisch wohl fühlen „als wie 500 Säue“ (Goethes „Faust“) beschließen sie, die Hölle zu erobern. Das geht übel aus. Der zunächst ganz freundliche Satan vernichtet das anrückende Heer samt dessen Chefs mit Feuer und Lava. Nicht nur Göring, Rudolf Hess und Baldur von Schirach treten in diesem Schauspielgedicht auf, sondern auch die Könige Saul, David, Salomo, Gott Baal, ferner Max Reinhardt und die Dichterin selbst.
Fragmente eines einstmals leuchtenden Geistes, ätzte ein Kritiker über das Drama. Heute wirkt dieses Stück genial: Lasker-Schüler zertrümmerte Werte und Bildungskanon in einer Weise, dass Frank Castorf erbleichen müsste, und sie lässt die Welt derart spektakulär untergehen, dass Hollywood grün vor Neid würde, kennte es die fast vergessene Poetin, die, von den Nationalsozialisten aus Deutschland vertrieben, arm und einsam in Jerusalem starb. Michael Gruner hat „IchundIch“ im Nestroyhof grandios minimalistisch nur mit einer Geräuschkulisse und mit einem tollen Ensemble inszeniert. Lasker-Schülers zwischen Kalauer, Lautmalerei und shakespearehafter Lyrik wechselnde Sprache kommt exzellent zur Geltung. Juliane Gruner spielt die alternde Dichterin als irrlichternde Ophelia und eine köstlich bizarre Marte Schwertlein, die, hoch betagt, noch immer diabolische Kerle umgarnt, diesfalls Goebbels (Christian Higer).
Mehr Komik wäre erlaubt gewesen
Jakob Schneider ist als Mephisto hinreißend, ein rundlicher Phäake, der auch das Philosophieren wie ein Vielfraß betreibt. Hans Diehl trauert als Faust herzzerreißend über die Zerstörung seines geliebt-gehassten Deutschlands. Dieser Abend ist eine Entdeckung. Was Gruner bedauerlicherweise aussparte: den wahrhaft höllischen Humor dieser üppigen Minitragödie in fünf Akten, die nach dem Krieg Befremden auslöste und erst 1979 in Düsseldorf uraufgeführt wurde. Keiner lachte bei der Premiere.
Ein Quäntchen Komik wäre durchaus erlaubt gewesen. Der Film gibt sich da – siehe Mein Führer von Dani Levy mit Helge Schneider – wagemutiger als das Theater. bp
("Die Presse", Print-Ausgabe, 27.01.2012)
KRITIKEN/ NEUROTIC LOUNGE
Ronald Pohl/DER STANDARD, 30.6.2011
„Arm an Geld und dafür reich an Neurosen
Das Hamakom-Theater im Wiener Nestroyhof kämpft mit schmählich geringem Budget um die Wachhaltung jüdischer Theatertradition. Frederic Lion plant trotzdem mit Regiestars wie Michael Gruner und Johann Kresnik.
Man kann nicht auf Anhieb sagen, worin sich die Sexualfantasien jüdischer US-Autoren von denjenigen ihrer europäischen, eventuell nichtjüdischen Kollegen unterscheiden. Im Hamakom-Theater Nestroyhof, wo Hausherr Frederic Lion zum Saisonausklang in die Neurotic Lounge einlud, lauschte man nicht ohne stille Ergriffenheit zum Beispiel einem Harold-Brodkey-Text. In Unschuld erzwingt die Schilderung kopulativer Zweisamkeit die komplette Stilllegung jeder gehechelten Anteilnahme. Der Erzähler, abwechselnd von Lion und Schauspielerin Jaschka Lämmert gelesen, vertieft sein Interesse am Gegenüber, indem er sich (und sie) mit Mutmaßungen überschüttet: "Sie war nur aus der Perspektive der oberen Mittelschicht eine Tigerin im Bett", lautet noch eines der milderen Urteile, die der Chronist für seine schwer erregbare Partnerin bereit hält. Es ist das Hamakom-Theater selbst, das sich in Neurotic Lounge bis auf den Hof und die Holztreppe entblößt. Geforscht wird in allen Winkeln nach der "jüdischen Empathie" (Lion) in transatlantischen Liebesdingen. Im Wege eines Stationentheaters kann man sich wieder ab Herbst von Henry Roth, Michael Lowenthal oder Isaac Bashevis Singer reichlich handfest in das Reich des Eros einwinken lassen.
Installation statt Theater
Eine eher viertel- denn halbszenische Installationsarbeit wie Neurotic Lounge beschreibt leider auch das Dilemma des Hauses: Nach zwei Spielzeiten, die mehr qualitativ denn quantitativ ergiebig waren, stoßen die Nachnutzer eines alten jüdischen Vaudeville-Theaters an den Plafond. Mit den Fördermitteln von 270.000 Euro (Kulturamt) plus einigen projektbezogenen Zuschüssen des Bundes (20 bis 30.000 Euro pro Spielzeit) lässt sich das Hamakom beim besten Willen nicht kontinuierlich als Mittelbühne bespielen.
Der geborene Zürcher Lion kehrt auf Nachfrage den Pragmatiker hervor: "Man kann den Nestroyhof verschiedenartig sehen. Heuer, mit einer Größe wie Regisseur Michael Gruner im Gepäck, haben wir den Anspruch markiert, das Hamakom als Theater zu führen und zu bespielen." Zwischen 9500 und 10.000 Besucher habe man heuer an der Kasse begrüßt. Trotzdem gehen sich pro Saison gerade einmal zweieinhalb Theaterproduktionen aus.
Lion: "Wenn bei uns während zwei, drei Wochen einmal kein Theater stattfindet, so versteht das jeder. Aber wir müssen unsere Präsenz weiter unter Beweis stellen." Da sei es mit Lesungen und Salonveranstaltungen allein nicht getan: "Man kann das Haus auch als Kommunikationszentrum führen. Das wäre aber, gerade mit Blick auf die Geschichte des Nestroyhofs, ein wirkliches Armutszeugnis."
Die Saison 2011/12 steckt voller Überraschungen. Gegen jede Wahrscheinlichkeit bleibt Meisterregisseur Gruner an Bord: Seine Inszenierung von Else Lasker-Schülers IchundIch, einem schwierigen Werk aus ihrer Exilzeit, hat Jänner 2012 Premiere. Neben einem Gastspiel von Carsten Brandaus Wir sind nicht das Ende wird Lion selbst sich Sarah Kanes Zerbombt vornehmen: ein Stück über die Allgegenwart des Terrors und "über eine Intervention in den Raum" (Lion). Die eigentliche Sensation soll zum Saisonausklang folgen: Johann Kresnik inszeniert in Koproduktion mit der Volksbühne Berlin ein Joseph-Roth-Projekt - wenn alles klappt.“
Michaela Mottinger/ KURIER, 1.7.2011
„Alles, von Beschneidung bis zur Peepshow
Es geht um Sex. Eigentlich darum, was amerikanisch-jüdische Autoren darüber geschrieben haben. Und weil da „erotisch“ nicht allzu weit von „neurotisch“ ist, heißt die jüngste Produktion des Theater Nestroyhof Hamakom „Neurotic Lounge“. Hausherr Frederic Lion inszenierte die launigen, lüsternen und immer leidvollen texte und lässt sie in den Räumen seines geschichtsgebeutelt-morbiden Theaters vortragen, die man sonst nicht betreten kann. Allein das ist das Hingehen wert. Sieben Spielorte, vom Hof (wo henry Roth drankommt) bis zum „Schlitz“, gibt es, die man in selbst gewählter Reihenfolge aufsucht. Und natürlich gibt es eine Peepshow.
Juliane Gruner und Stefen Höld halten im alten Foyer eine Cross-Over-Lesung von Isaac B. Singers „Taibele und ihr Dämon“ und „Aus den Feuern“ von Jerzy Kosinski. Auf der Holztreppe singt und seufzt Lucy McEvil „Big Ruthie träumt von Sex ohne Schmerzen“ nach S.L.Wisenberg. Nur je fünf Zuschauer sind Gast dieser Performance in Hemdchen und Halterlosen, die sogar den Messias von seinen Pflichten abhalten soll.
Theater gespielt wid von Stefan Bernhard und Jaschka Lämmert auch im neuen Foyer, und teilweise auf der Straße. Was nichts ahnende Passanten erstaunt, landen sie doch bei Max Apples „Der achte Tag“ mitten in einer Beschneidungszeremonie.
Lion selbst interpretiert in der Lounge Harold Brodkeys „Unschuld“. Darin geht es in 54 Seiten um einen Orgasmus; in voller Länger gelesen dauert der drei Stunden. So lange dauert der ganze großartige Abend, der im September wiederaufgenommen wird.“
KRITIK: "Ich ersehne die Alpen / so enstehen die Seen" von Händl Klaus
DER STANDARD, 20.4.2011
Von Andrea Heinz
„DAS JENSEITS IST EIN VARIETÉ
Händl Klaus' Alpen-Monologe als herausragende Installation im Theater Nestroyhof
Wien - Die eisige Höhe der Alpen ist in den Keller des Theaters Nestroyhof/Hamakom verlegt. Hier inszeniert Barbara Schulte die zwei Monologe Ich ersehne die Alpen; so entstehen die Seen des österreichischen Autors Händl Klaus als szenische Installation. Hier sehnt sich Olivia aus der städtischen Hitze in die Kühle der Berge. Hier begrüßt Bruno die Menschen in seiner hochgelegenen Einsamkeit.
Olivia (Patrick Jurowski) sitzt in einer Nische des Kellerraumes, von Gerümpel umrahmt, Staub auf dem altbackenen Anzug. Es gibt zu wenige Stühle in dem engen Raum, wer aus dem Publikum einen ergattert hat, rutscht unruhig darauf herum.
Ohne Unterlass fixiert Olivia ihre Zuhörer. "Liebe Alpen! Hört ihr mich, und könnt ihr mich verstehen? Leider weicht ihr aus." Aus dem hinteren Teil des Kellers dringen laute Rufe und Varieté-Musik, zögernd folgt das Publikum. Hier werden sie von Bruno (Barbara Gassner) erwartet. Auf zwei Bankreihen dürfen sie Platz nehmen, in ihrer Mitte geriert Bruno sich wie ein Zirkusdirektor. (Raumkonzept: Reinhard Taurer). Doch das Varieté entpuppt sich als Jenseits, statt den zwei Toten aus Händls Text wird das gesamte Auditorium zu Verstorbenen umfunktioniert. "Was müsst's ihr für liebe Menschen gewesen sein!"
Die bisweilen bedrängende räumliche Nähe zwischen Publikum und Darstellern macht die Themenkomplexe der Monologe fast körperlich spürbar: Nähe und Distanz, Wärme und Kälte, Leben und Tod. Verzweifelt will Bruno die Toten, das kühl beobachtende Publikum erwärmen, eine Reaktion erzwingen.
Barbara Schulte hat gut daran getan, die Geschlechterrollen zu vertauschen. Barbara Gassner verdeutlicht Brunos Wunsch nach Nähe mit fast schon klischeehaftem weiblichen Buhlen nach Zuneigung. Begleitet vom Mann am Keyboard (Herwig Ursin) singt sie schmachtende Jazz-Songs, verzweifelt rennt sie durch die Reihen und verteilt übervolle Schnapsgläser. "Prost! Alle Menschen sind sterblich!"
Es ist das so etwas wie die Quintessenz dieses Ganges durch die Niederungen sozialer Distanz und menschlicher Sterblichkeit: Jenseits und Varieté, ein und dasselbe. Langer Applaus für einen präzise inszenierten Abend mit herausragenden Darstellern.“
KTITKEN: WIEDERAUFNAHME / WEISSBROTMUSIK
von Marianna Salzmann,
wiener wortstaetten
„Alle reden von der Migrationsproblematik, ‚Wiener Wortstaetten‘ sorgt dafür, dass sie auch auf die Bühne kommt. […] Kurzweilig und aktuell […]“ APA / Wiener Zeitung, 21.10.2010
„Ein hochaktueller, gleichzeitig unterhaltsamer und tiefschürfender Beitrag zur Migrationsdebatte. […] Salzmanns stark musikalischer, vom HipHop beeinflusster Text, wird in der Regie von Wortstaetten-Chef Hans Escher wirkungsvoll in einem elektronischen Musikbett von DJ Sweet Susie drapiert.[…]“ Der Standard, 21.10.2010
„[…] Wortstaetten-Mitbegründer Hans Escher fungiert als Regisseur. Er lässt Claudia Kottal, Marcel Mohab, Boris Popovic, Tanja Golden und Renato Uz (als Rentner) vor rot-weiß-rotem Hintergrund spielen. Das tun die fabelhaft. Ein wichtiger, trotz allem auch witziger, teilweise gerappter Abend.“ Kurier, 21.10.2010
KRITIKEN / zur Produktion DIE BANALITÄT DER LIEBE
„Michael Gruner hat klug und einfallsreich inszeniert. Das Ensemble ist ausgezeichnet, speziell Gruners Gattin Juliane als kanitge, immer selbstbewusster werdende Hannah Arendt.
… Neuerlich empfiehlt diese Aufführung voll schlagfertiger Dialoge den Nestroyhof, in dem einst ein jüdisches Theater war, als Ort, wo in künstlerisch attraktiver Weise Vergangenheit und Gegenwart erforscht werden.“
Barbara Petsch, Die Presse 27.01.2011
„Das Stück ‚Die Banalität der Liebe‘, in dem die israelische Autorin Savyon Liebrecht den Beginn und das Ende der Jahrhundertaffäre zeigt, ist dramatische Konfektionsware. Dass die österreichische Erstaufführung darüber hinausgeht, liegt daran, dass Regisseur Michael Gruner nicht nur einen guten Namen hat, sondern auch wirklich gut ist. Seine zart surreale, leichtfüßig tänzelnde Inszenierung bringt das biedere Stück zum Schweben und die Schauspieler – allen voran die irrlichternde Juliane Gruner als Arendt – zum Leuchten. Keine Frage: Das muss Liebe sein.“
Falter, 02.02.2011
„Erkenntnisse glimmen auf in dieser Inszenierung, die klug zu nennen untertrieben wäre.“
Der Standard, 27.01.2011
„Die österreichische Erstaufführung feierte gestern, Dienstag, im Theater Nestroyhof Hamakom in einer Inszenierung von Michael Gruner Premiere und präsentierte die Geschichte der Liebe zwischen Hannah Arendt und Martin Heidegger auf angenehm unaufgeregte Weise, die zu berühren vermochte.
Juliane Gruner glänzt in dieser Aufführung als Hannah Arendt, der sie sowohl jugendlichen Duktus und eine unglaubliche Verspieltheit als Studentin zu verleihen vermag, wie sie auch eine Abgebrühtheit sowie einen Anfall von Resignation parallel zur jeder Zeit vorhandenen Bestimmtheit und Selbstbeherrschung als 69-jährige Frau vermittelt. Martin Heidegger darf in doppelter Form die Bühne betreten, Christian Higer verkörpert ihn als jungen und Hans Diehl als alten Professor, wobei beide Darstellungen sich wunderbar ergänzen und besonders eine beinahe manische Darbietung Diehls, bei der u.a. Heideggers Diskurs zur Eigentlichkeit und Uneigentlichkeit wie ein Orkan aus philosophischen Versatzstücken über das Publikum hereinbricht, zu den Höhepunkten des Abends gehört. Patrick Jurowski gibt seine Vater-Sohn-Doppelrolle immer etwas entrückt, meist mit wildem Ausdruck und durchdringenden Blick.“
APA, 26.01.2011
„Nun zeigt er (Michael Gruner) im Hamakom-Theater, wie glänzend er sein Handwerk beherrscht, wenn er die verschiedenen Ebenen des Stücks gleicherweise von einander absetzt wie auch vermengt und immer wieder die Zukunft die Vergangenheit kommentieren lässt.
Wie man unglaublich komplexe Sachverhalte geschickt, aber nicht primitiv in ein Stück Theater komprimieren kann, das Diskussionsstoff bis zum Sankt Nimmerleinstag liefert – hier kann man es erleben.“
Der Neue Merker, 26.01.2011
SOBOL INSZENIERT SOBOL / KRITIKEN
Kols letzter Anruf von Joshua Sobol
Sobol inszeniert Sobol: Das ist brisant und bissig „… Großartig, wie Darvas dieses Monodrama, diese als Telefonate ausgewiesenen Zwiegespräche, gestaltet. Erst resignierend, flirtend und manipulativ, wenn er Gesprächspartner um den Finger wickeln will, dann triumphierend. … Sehr spannend!“ Michaela Mottinger, Kurier Am Handy für die Gerechtigkeit "…‘Kols letzter Anruf‘ ist … eine Charakterstudie. … Wie Kol mit angespannten Gesichtsausdruck auf imaginäre Leute einredet, wie er schreit und reuig um Verzeihung bittet, wie er gehetzt auf und ab geht, sich durchs Haar fährt – mit ausgewogenem Tonfall, mit feiner Mimik und Gestik zeichnet Davas einen von seiner Mission besessenen Charakter, der seinem Recht nachhetzt. …“ Klaus Huhold, Wiener Zeitung „… Im Laufe des eineinhalbstündigen Abends ergeben die einzelnen Telefonate ein größeres Ganzes und anfänglich verwirrende Einzelbemerkungen werden in dieses Bild integriert. Durch diese stückchenweise Entwicklung kann das Publikum bis zuletzt mit fiebern, ob der Hauptdarsteller seiner Strafe nicht doch noch entgehen kann. Denn auch wenn Kol sehr wohl mit schlechten Eigenschaften ausgestattet ist, so bleibt er auch aufgrund der Darstellung Darvas grund-sympathisch, da fehlbar und menschlich. Das Premierenpublikum dankte es ihm wie Regisseur Sobol mit anhaltendem Applaus.“ Christoph Griessner, APA
KRITIKEN: „Tanzcafé Treblinka“ von Werner Kofler
APA, 27.01.10, ‚Stakkato des Grauens im Wiener Nestroyhof’ Wolfgang Huber-Lang
"Nicht bekannt!", "Nie gehört!". Die eine zimmert sich ihre eigene Geschichtslüge über die selbst erlebte "entbehrungsreiche Zeit" zurecht, der andere will am liebsten von alledem gar nichts hören, weder die Wahrheit noch die Lüge. Wohl niemand kann ernsthaft behaupten, dass dieser Befund von "Tanzcafé Treblinka" heute nicht mehr aktuell ist. [ ]
Die Presse, 28.01.2010, ‚Nichts nie gehört’ Martin Kugler
[ ] Zu einem Ereignis wird das durch die beiden Darsteller: Erni Mangold – sie feierte am Premiereabend ihren 83. Geburtstag – brilliert als melancholische, zornige, naziliedersingende und mozarthörende Zeitzeugin. Kaum weniger beeindrucken kann Hanno Koffler als sprachloser, phrasendreschender, zerstörerischer – und beachvolleyballspielender Kärntner Zeitgenosse. [ ]
Der Standard, 28. Jänner 2010, ‚Kriegswinter im Jahre Schnee’ Margarete Affenzeller
[ ] Erni Mangold läuft im langen grauen Trenchcoat und hinter einem alten Metallschreibtisch mit diesen Sätzen großartig aus dem Ruder. Mit einem Ohr folgt ihre namenlose Figur den Klängen der "Kriegswinterzauberflöte" von einst (Musik: Peter Böhm), ein Begriff, den sie hässlich nachschmeckend wie "Reichskristallnacht" aus sich herausschürft. So hart und laut, bis der Ton bricht. [ ]
Kurier, 28.01.2010, ‚ Ein paar Anekdoten über den Massenmord’ Michaela Mottinger
[ ] Kofler befasst sich mit zwei Seiten der österreichischen Befindlichkeit: Der Behauptung vom Nichtsgewussthaben und dem Nichtwissenwollen. Sein Stücktitel bezieht sich auf das Klagenfurter Tanzcafé Lerch, das der frühere SS-Mann Otto Lerch in den 70er-Jahren in seiner Heimatstadt von der Justiz unbehelligt führte. Im Nestroyhof zählt nun Erni Mangold als „älterer Mann“ die Taten des Naziregimes auf. Mit der Anekdotenhaftigkeit der Ewiggestrigen reiht sie Gräuel an Gräuel, bis es unter die Haut geht. Beim jungen Mann, gespielt von Hanno Kofler, kommt die Botschaft nicht an. Er ist lieber beim Beachvolleyball und auf der Wörtherseebühne. Was nützt ihm „untotes Wissen“? Ein starker wichtiger Abend. [ ] (Kurier-Wertung: 5 von 5 Sternen)
Falter, 3.2.2010, ‚Jenseits der Erinnerung: Kofler im Nestroyhof’ Sebastian Fasthuber
[ ] Frederic Lion hat Koflers Text sparsam inszeniert: ein Schreibtisch, Musik, ein paar Projektionen. Regen fällt auf die Bühne. Die Worte allein wären stark genug, um den Abend zu tragen. Die beiden Akteure tragen das ihre dazu bei, dass sich im Betrachter heftige Empfindungen – bis zum Lachen – regen, nur keine „Betroffenheit“. 80 kurze und schmerzvolle Minuten, nach denen man nicht zuletzt ein bisschen mehr weiß. [ ]
Theater Nestroyhof - Hamakom • Nestroyplatz 1 • 1020 Wien • T +43 1 8900 314 • F +43 1 8900 314 - 15 •