DER MOND SCHLUG GRAD HALB ACHT
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Peter Hammerschlag, 1902 in Wien geboren, arbeitete als Illustrator und Kabarettist sowie auf Vermittlung von Friedrich Torberg für das Prager Tagblatt. An der von Stella Kadmon 1931 in Wien eröffneten, legendären Kleinkunstbühne ‚Der liebe Augustin’, wurde er als Hausautor, Conférencier und Darsteller, für seine Fähigkeit bekannt, aus dem Stehgreif Gedichte und Parodien zu gestalten. Ab 1933 verfasste Peter Hammerschlag auch Beiträge für andere Wiener Kleinkunst-Etablissements, und veröffentlichte Texte in diversen Zeitschriften, die er oft mit eigenen Illustrationen und Karikaturen ausstattete. In seinem ‚Krüppellied’, von Helmut Qualtinger in den 1960er-Jahren interpretiert, beschreibt er in Form eines Wienerliedes die Gegensätzlichkeit der Wiener Seele. Peter Hammerschlag wurde 1941 nach Polen verschleppt und 1942 im KZ Auschwitz ermordet.

Die Wiederentdeckung des Werkes des sensiblen, originellen und kritischen Künstlers ist seinem Nachlassverwalter Friedrich Torberg zu verdanken. Sein 1972 herausgegebener Band mit einer Auswahl von Hammerschlags Lyrik unter dem Titel Der Mond schlug grad halb acht, wurde jedoch aufgrund der starken Bearbeitung der Gedichten durch Torberg kritisiert. Mehrere Künstler begannen in der Folge, sich Hammerschlags Gedichte in Lesungen und Vertonungen zu anzunähern.

Bernd Jescheks Interpretation von Peter Hammerschlags Gedichten folgt seiner ihm eigenen Art, in Rollen zu schlüpfen, deren Geschichten er zum Leben zu erwecken vermag. Begleitet wird er von der Saxophonistin Ilse Riegler.