JOACHIM RINGELNATZ
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und auf einmal steht es neben dir ...

 

 

 

Charmant und böse, freundlich und hinterfotzig, märchenhaft und absurd, zärtlich und provokant: Die Texte und Gedichte von JOACHIM RINGELNATZ (1883-1934) erfreuen das Gemüt – und verstören es. Sie handeln von verbummelten Schlampen, alten Knackern, Nasenkönigen und Boxleichen. Auch Schweinsbeulenpflaster kommen vor. Und der Seemann Kuttel Daddeldu erzählt seinen Kindern das Märchen vom Rotkäppchen: „Also Kinners, wenn ihr mal fünf Minuten lang das Maul halten könnt, dann…“ Und weil man Ringelnatz-Gedichte niemals nur lesen darf, wird Hans Diehl sie streckenweise auch turnen. Begleitet wird er bei alledem vom Musiker Christian Gerber.

 

 

 

Noch heute zählt Joachim Ringelnatz zu den meistgelesenen Lyrikern auf dem deutschen Buchmarkt. Im Münchner „Simplicissimus“ begann 1909 seine Karriere. Es folgten in den 20er Jahren unzählige Kabarett-Engagements in Berlin und allen größeren deutschen Städten. Auch in Wien, Zürich und Prag begeisterte er die Zuschauer. Sein wunderbarer Blick auf die kleinen Dinge des Lebens hat ihn berühmt gemacht, berühmt und unvergessen. Ringelnatz erhielt 1933 Auftrittsverbot in Deutschland; er starb verarmt mit 51 Jahren an einer Lungenkrankheit. Der französische Dichter Paul Claudel würdigte ihn mit der philosophischen Feststellung: „wie eng sind doch Ernst und Humor verwandt“.

 

 

 

[Marc Limpach]