Jon

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Jon Fosse, 1959 in der südwestnorwegischen Küstenstadt Haugesund geboren, ist einer der großen Mystiker der europäischen Gegenwartsliteratur. International bekannt wurde er durch seine mehr als dreißig im Original auf Nynorsk verfassten Theaterstücke, die ihm zahlreiche Auszeichnungen und das Ansehen eines «Beckett des 21. Jahrhunderts» einbrachten. Seine Theaterstücke werden inzwischen in der ganzen Welt aufgeführt, es liegen Übersetzungen in über 40 Sprachen vor. Im Jahr 2000 wurden z.B. drei seiner Stücke an einigen der wichtigsten deutschsprachigen Bühnen in deutscher Übersetzung inszeniert: Bei den Salzburger Festspielen, an der Schaubühne am Lehniner Platz und dem Deutschen Theater Berlin, am Hamburger Thalia Theater und am Schauspielhaus Zürich.

Zu Fosses wichtigsten Büchern zählen der Mitte der neunziger Jahre erschienene Roman «Melancholie», sowie das 2015 mit dem Literaturpreis des Nordischen Rates ausgezeichnete Prosa-Triptychon «Trilogie». 2019 erschien der von Fosse als langsame Prosa bezeichnete Roman „Der andere Name“ Heptalogie I-II, als erster Teil seines Opus Magnum und findet sich seither auf der ORF Bestenliste. Die Schriftstellergeneration, der Jon Fosse angehört, führte in den 80er Jahren den Postmodernismus in Norwegen ein. Diese Stilrichtung sieht sich in einem bewussten Gegensatz zu der sozialkritischen Strömung der 70er Jahre. Bei Fosse zeigt sich das nicht in einem Hang zur Intertextualität, sondern eher in einem Hang zum Religiösen. Auch scheint in seinen Texten seine Heimatregion Westnorwegen häufig auf.

Jon Fosse genießt seit 2011 lebenslanges Wohnrecht in der Grotte, einer Ehrenwohnung des norwegischen Königs im Osloer Schlosspark und lebt mitunter auch in Hainburg an der Donau oder in Frekhaug in Norwegen.

Photo von Tom A. Kolstad