KATALIN KARADY / 1910-1990
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DER BLAUE WUNDERVOGEL

Katalin Karády hat als Kunstfigur den Aufenthalt im ideologischen Tiefkühlfach überstanden und entsteigt - von Zensur, Gerücht und Spott befreit - als Legende jenem Grab, das ihr Kriegs- und Nachkriegszeit bereitet hatten.

Als siebtes Kind eines Schuhmachers in einem Vorort von Budapest geboren, wurde Karády im Alter von 28 Jahren in die Sphäre des Ruhms katapultiert, dessen soziales Umfeld ihr so fremd blieb, wie auch sie selbst dort Außenseiter blieb. Im zweiten Weltkrieg unterstellte ihr die Gestapo, jene Spionin zu sein, die sie im Film Machita gespielt hatte. Trotz ihres Erfolges musste sie 1948 ihre Heimat verlassen.

Ihr humanitäres Engagement, über das sie selbst kaum gesprochen hat und für das sie posthum durch Yad Vashem als ‚Gerechte unter den Völkern’ geehrt wurde, lässt die Diva in einem anderen Licht erscheinen.

Die lokal populäre, historische Gestalt Katalin Karády bleibt indessen ein seltenes Phänomen.

ZOON stellt mit "Der blaue Wundervogel der ungarischen Filmindustrie: Katalin Karády" eine erste deutschsprachige Publikation als Begleitband zum Musiktheaterstück "Das Budapest Verhör" vor.