MAGNOLIENBAUM
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TEXTE VON ROSE AUSLÄNDER
"Czernowitz 1941. Nazis besetzen die Stadt, blieben bis zum Frühjahr 1944. Getto, Elend, Horror, Todestransporte. In jenen Jahren trafen wir Freunde uns zuweilen heimlich, oft unter Lebensgefahr, um - Gedichte zu lesen. Der unerträglichen Realität gegenüber gab es zwei Verhaltensweisen: entweder man gab sich der Verzweiflung preis, oder man übersiedelte in eine andere Wirklichkeit, die geistige. Wir zum Tode verurteilten Juden waren unsagbar trostbedürftig. Und während wir den Tod erwarteten, wohnten manche von uns in Traumworten - unser traumatisches Heim in der Heimatlosigkeit. Schreiben war Leben, Überleben."
(Rose Ausländer)

Einige der berührendsten und auch bedeutendsten Texte der Weltliteratur entstammen der Feder Rose Ausländers. Dagmar Schwarz widmet sich der Dichterin, deren Schicksal sich in ihrem Schreiben spiegelt. Der Mensch soll hinter der Dichtung spürbar werden - mit all seiner Zerrissenheit, seinen Sehnsüchten und seinen Träumen.