MATER DOLOROSA
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„Sein Kind zu überleben ist antizyklisch, ist in unserer Lebensplanung nicht vorgesehen, irritiert, reißt Löcher, die sich nicht wieder schließen lassen."

Mater dolorosa ist ein Stück über die Liebe. Nicht über die romantische Liebe, über die pure Menschenliebe. Ein Stück über die Urkraft, über das allgegenwärtige Gefühl der Verbundenheit. Es ist ein Versuch der Annäherung an das Unvorstellbare, das Unaussprechliche, das Unvergleichbare: ein Stück über Verlust, über den Verlust des eigenen Kindes.

Kein größeres Leid, keine tiefere Traurigkeit, keine bedrückendere Leere ist vorstellbar, als wenn Eltern den Tod des eigenen Kindes erleben müssen. Was ist dann noch von Bedeutung?

Es existiert keine innigere Liebesbindung als die zwischen Eltern und Kindern. Selbst der Versuch, das Wesen des Menschen in ein biologisches, intellektuelles und spirituelles zu teilen, scheitert an dieser Liebesbindung. Ein Stück über das Zerreißen dieser Bindung wider den natürlichen Lauf der Zeit befragt die übergroße Traurigkeit, um letztlich von der übergroßen Liebesfähigkeit des Menschen zu sprechen.

Musik und Theater sind gesellschaftliche Vermittler. Als diese Instrumente sind sie gerade in ihrer Verbindung zur intimsten Einfühlung fähig. Weit öffnen sich alle Sinne in uns, um durch Verstehen wahrhaftiger zu werden. Ein menschliches Bedürfnis nach Gleichklang, Harmonie und Ähnlichkeit treibt uns an, dem Fremden alle Angst und alle Neugier entgegen zu bringen, in der Hoffnung wiederum Ähnliches und Verbindendes zu entdecken.