WEISSBROTMUSIK
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„Weißbrotmusik“ ist das zweite abendfüllende Stück der 1985 in Wolgograd geborenen und in Berlin lebenden Marianna Salzmann.

Nurit wünscht sich eine gemeinsame Zukunft mit Sedat, von dem sie ein Kind erwartet. Dieser, ohne Job und gültige Papiere, entzieht sich. Er träumt stattdessen von einer Rückkehr in die idealisierte Heimat seines Vaters. Die Versuche seines Freundes Aaron, ihn zu verantwortungsvollem Handeln zu bewegen, scheitern. Dem will Aaron nicht tatenlos zusehen und ergreift Nurit gegenüber die Initiative. Darauf reagiert Sedat aggressiv. Die Situation eskaliert und entlädt sich an einem Unbeteiligten.

„Weißbrotmusik“ handelt von Jugendlichen, die sich in einer Welt wiederfinden, die unter religiösen Vorzeichen steht (Moslem und Jude in einem christlichen Land), die aber für sie keine Bedeutung haben – bis ihre Hoffnungen enttäuscht werden und die Situation eskaliert. Das Stück ist inspiriert von den Vorfällen des 20. Dezember 2007, als zwei Jugendliche mit so genanntem Migrationshintergrund einen deutschen Rentner in der Münchener U-Bahn fast zu Tode prügelten und von der daraus entstandenen Diskussion um den Zusammenhang zwischen Kriminalität und kulturellen Wurzeln. (Marianna Salzmann)

In knappen skizzenhaften Szenen erzählt Marianna Salzmann die Geschichte einer Desintegration. Die Situationsfragmente geben keine Erklärungen, sie geben Anregung, eigene Vorstellungen vom Lebensgefühl in einer fremden Kultur zu entwickeln.

 

„Ein hochaktueller, gleichzeitig unterhaltsamer und tiefschürfender Beitrag zur Migrationsdebatte.

[…] Salzmanns stark musikalischer, vom HipHop beeinflusster Text, wird in der Regie von Wortstaetten-Chef Hans Escher wirkungsvoll in einem elektronischen Musikbett von DJ Sweet Susie drapiert.[…]“ Der Standard, 21.10.2010

„[…] Wortstaetten-Mitbegründer Hans Escher fungiert als Regisseur. Er lässt Claudia Kottal, Marcel Mohab, Boris Popovic, Tanja Golden und Renato Uz (als Rentner) vor rot-weiß-rotem Hintergrund spielen. Das tun die fabelhaft. Ein wichtiger, trotz allem auch witziger, teilweise gerappter Abend.“
Kurier, 21.10.2010

„Alle reden von der Migrationsproblematik, ‚Wiener Wortstaetten‘ sorgt dafür, dass sie auch auf die Bühne kommt. […] Kurzweilig und aktuell […]“ APA / Wiener Zeitung, 21.10.2010