2017

Der Idiot
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Kinobühnenschau nach Fjodor M. Dostojewskijs Roman

Wie kann ein „großes Kind“, ein „reiner Tor“, ein „Gutmensch“ in unserer Gesellschaft überleben und wie sehr verwirrt, verstört und bezaubert dieser „Idiot“ seine Umwelt, gerade aus seiner fundamentalen Verweigerung unserer „fortschrittlichen“ Werte wie Cleverness, Gerissenheit, Coolness und lautstarkes Durchsetzungsvermögen?

Die Spielfassung des Salon5 konzentriert sich auf die zentralen Szenen der einander leidenschaftlich liebenden und bekämpfenden Hauptcharaktere sowie die höchst amüsante Auslotung einer Gesellschaft im Umbruch in Dostojewskijs Roman-Drama. Es sind vor allem die Frauen, welche die turbulenten Ereignisse rund um das Auftauchen eines „modernen Christus“ vor dem Publikum veröffentlichen. Selbst zutiefst in die Wirrnisse verstrickt, beobachten und verschärfen sie die Konflikte der Männer – immer mit den lautersten Absichten – bis zum ungeheuren Kratereinsturz, den die Handlung vollzieht.


PRESSESTIMMEN zur Uraufführung am Thalhof:

«Eine treffliche Dramatisierung des „Idioten“ im Salon 5 am Thalhof, mit Daniel F. Kamen virtuos im Zentrum. … Kann man Fjodor M. Dostojewskis dickleibigen Roman „Der Idiot“ (1868/69) in knapp zweieinhalb Stunden erkennbar auf die Bühne bringen? Dem Salon 5 ist das zur Eröffnung des diesjährigen Festivals am Thalhof in Reichenau an der Rax beeindruckend gelungen. … Kamen spielt die Rolle des reinen Toren virtuos, von stiller Tragik bis zum Slapstick. Er ist das mystische Zentrum eines typenreichen Ensembles. Fast wie im Roman.» (Die Presse)

«Viel Beifall für einen geglückten, spannenden und anregenden Theaterabend. … Krassniggs Inzenierung nützt die prachtvolle Atmosphäre des restaurierten ehemaligen Ballsaals und schafft raumgreifende ästhetische Tableaus (Ausstattung und Kostüme – Lydia Hofmann und Antoaneta Stereva – sind von erlesenem Geschmack), aber auch dramaturgische Dynamik und zarten Slapstick. Filmeinspielungen ergänzen das Live-Geschehen, die Stills fungieren dabei wie Gemälde. … Ein anspruchsvoller Beitrag zum ansonsten vergleichsweise eher seichten sommerlichen Theatergeschehen.» (APA)

«Im erlesenen Ambiente des einstigen Ballsaals am Thalhof präsentiert Anna Maria Krassnigg ihre aus dem zum Kanon der Weltliteratur zählenden Roman Dostojewskis destillierte Bühnenfassung in einer spannenden, rundum überzeugenden Inszenierung. … Fazit: Konzentrierte Bühnenfassung eines weltliterarischen Stoffs: Das hat Format!» (NÖN)

«Die Akteure sind bravourös. Nach manchem Sommerlochtheater eine bemerkenswerte Herbsteinstimmung.» (Der Standard)

MIT:
Daniel F. Kamen
Gioia Osthoff
Murali Perumal
Michaela Saba
Horst Schily
Jens Ole Schmieder
Isabella Wolf
REGIE:
Anna Maria Krassnigg
BÜHNE:
Lydia Hofmann
KOSTÜM:
Antoaneta Stereva
MUSIKKONZEPT, SOUNDDESIGN, KAMERA, FILMSCHNITT:
Christian Mair
MUSIKKONZEPT, KLAVIER, KÜNSTLERISCHE MITARBEIT:
Jérôme Junod
DRAMATURGISCHE BEGLEITUNG:
LICHT:
Lukas Kaltenbäck
EINE KOOPERATION MIT DEM SALON5