reden über... Flucht und Verwandlung
Diskussion
Ich bin meinem Heimatrecht auf der Spur
dieser Geografie nächtlicher Länder
wo die zur Liebe geöffneten Arme
gekreuzigt an den Breitengraden hängen
bodenlos in Erwartung –
Die Literaturnobelpreisträgerin Nelly Sachs hat in ihren Gedichten, der dramatischen Dichtung und den wenigen veröffentlichten Prosawerken ihre ureigenste Sprache dafür gefunden, was Jüdinnen und Juden während der Nazizeit an Flucht, Exil und Tod ertragen mussten. Erst 1940 floh sie mit ihrer Mutter von Berlin nach Schweden. Rache lehnte sie in ihrem Werk ab. Sachs wollte, wie sie sagte, das Wort an seiner Wurzel packen und es beschwörend den Erdball überziehen lassen zur Eroberung des Friedens. In späten Jahren bezeichnete sie sich selbst als "ortlos". Nicht Stockholm sei ihr Ort, nicht Berlin und nichts mehr.
Vertiefend zu unserer Eigenproduktion An Stelle von Heimat halte ich die Verwandlungen der Welt versuchen wir in dieser Ausgabe von reden über... einen Bogen in unsere Gegenwart zu spannen.
Sonntag, 19. April 2026, 11.00 Uhr
Im Gespräch: Aris Fioretos, Ingrid Lang u. a. / Moderation: Patrick Rothkegel / Kuratiert von Martina Schmidt