Premiere: 28. März 2019 / ÖEA

Tom à la ferme
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Am Land ist es immer finster

von Michel Marc Bouchard / Deutsch von Frank Heibert

Nach dem Unfalltod seiner ersten großen Liebe fährt Tom, auf der Suche nach Trost und Halt, aufs Land hinaus zu der Familie des Toten. Dorthin, wo man nicht schwul ist, dorthin wo andere Regeln gelten, dorthin wo sein verstorbener Freund aufwuchs mit dessen Mutter Agathe und Bruder Francis. 
Doch der Geliebte, der Freund, der Sohn, der Bruder, dieser namenlose Tote hat als Erbe nur ein aus Lügen gewebtes Netz hinterlassen. Lügen, die ihm laut seinen Jugendtagebüchern überlebenswichtig waren, weil damals in ebendieser ländlichen Umgebung ein junger Mann einen anderen jungen Mann zerriss, der einen dritten jungen Mann liebte. Wie eine antike Tragödie holt dieses Drama Jahre später den unschuldigen Tom ein.
Auf dem einsamen Gehöft gerät Tom immer weiter hinein in eine Spirale aus Abhängigkeit und Gewalt, Faszination und Angst, zärtlichen Avancen und perfidem Missbrauch. 

Der frankokanadische Dramatiker Michel Marc Bouchard hat mit "Tom à la ferme" ein finsteres Kammerspiel über die komplizierten Verhältnisse zwischen Stadt und Land, unterdrücktem und gelebtem Begehren, Einsamkeit, Gewalt, Homophobie und toxische Maskunlinität geschrieben.

Im Anschluss an die Vorstellung am 03.05.2019 findet ein Publikumsgespräch statt. Wir wollen mit dem Ensemble, Regisseur Matthias Köhler und dem Experten Mag. Wolfgang Wilhelm, Leiter der WASt - Wiener Antidiskriminierungsstelle für gleichgeschlechtliche und transgender Lebensweisen, ausgehend vom Stück über Homophobie, toxische Männlichkeit und deren Auswirkungen in Wien und Österreich reden.

wirgehenschonmalvor wird von der Kulturabteilung der Stadt Wien und dem Bundeskanzleramt unterstützt.

Eine Kooperation mit dem Theater Nestroyhof Hamakom

MIT:
Johanna Berger
Philipp Plessmann
Martina Spitzer
Nicolas Streit
REGIE:
Matthias Köhler
BÜHNE UND VIDEO:
Elke Auer
KOSTÜME:
Madeleine Nostitz
MUSIK:
Eva Jantschitsch
DRAMATURGIE:
Anna Laner
PRODUKTION:
Miriam Lesch
REGIEASSISTENZ:
Christina Lindauer
ÜBERSETZUNG:
Frank Heibert