2015

Das Mädchen, das eigentlich ein Schubkarren ist
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von Oded Liphshitz

Otto, der Erzähler, braucht eine Heldin, die einen Tag lang das Gewicht einer Geschichte tragen kann. Die Zeiten sind hart und die Charaktere zweifeln rebellisch an ihrer Beschaffenheit und der Existenz eines Handlungsstranges, der infolge dessen geschwächt wird und zerreißt. Otto argumentiert, dass seine Charaktere in einer Welt ohne Glauben dazu berufen sind, ihre Beweggründe anzuzweifeln. Sie suchen nach ihrer wahren Bestimmung und stellen eine Frage von der es kein Zurück gibt: Warum?

Für die Geschichten jedoch besteht die Notwendigkeit, den Handlungsablauf weiterzuspinnen und für den Erzähler, auf der Hut zu sein und sein Interesse zu verfolgen: vorläufig voranzukommen.

Oded Liphshitz beschäftigt sich in diesem ungewöhnlichen Stück mit großer Liebe zum Theater auf mehreren Ebenen mit Funktionalisierung, Identität und Authentizität.

Er ist ein Beispiel dafür, dass die israelische Dramatik sich nicht nur, wie oft angenommen wird, am angelsächsischen Well-made Play orientiert.

ODED LIPHSHITZ ist ein israelischer Theaterautor und Regisseur, der in Tel Aviv lebt und arbeitet. Seine Stücke wurden und werden in Israel und international gespielt. Er hat  verschiedene Preise für seine Arbeiten erhalten, unter anderem: den israelischen „Lottery grant“ 2013 für sein Stück „I came into the world“, den israelischen Bernstein Preis für  Literatur sowie den „Beit Lessin Open stage" 2011 1st prize für sein Stück „Albert“. Das  Stück “Hinter mir geht ein Licht auf” hat beim Heidelberger Stückemarkt 2012 einen Preis gewonnen. Es wurde 2014 im Beisein des Autors im Rahmen von Israel Stücke aktuell im Theater Nestroyhof Hamakom von Studenten des Max Rheinhardt Seminars szenisch gelesen. Die Übersetzung des Stückes „Das Mädchen, das eigentlich ein Schubkarren ist” hat das Theater Nestroyhof Hamakom für das diesjährige Festival in Auftrag gegeben.

MIT:
Inge Maux
Maresi Riegner
Dolores Winkler
Alexander Braunshör
Florentin Groll
Rouven Stöhr
Edu Wildner
REGIE:
Ingrid Lang
CELLO:
Lukas Lauermann
ÜBERSETZUNG IM AUFTRAG DES THEATERS NESTROYHOF HAMAKOM; ÜBERSETZERIN: ADINA STERN
ANSCHLIEßEND: GESPRÄCH MIT YUVAL MESKIN UND ODED LIPSHITZ