begleitend zum Stück "Das Kasperlspiel vom Meister Siebentot"

Drach - Herbst
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Wir widmen den Herbst 2018 diesem außergewöhnlichen Autor neben der Inszenierung „Das Kasperlspiel vom Meister Siebentot“ mit folgendem Programm:

29. Oktober, 20.00 Uhr:
Szenische Einrichtung von drei Erzählungen von Albert Drach: IA UND NEIN

5. November, 20.00 Uhr:
Buchpräsentation von Werk 9 der Gesamtausgabe von Albert Drach; Gespräch mit Herausgeber Gerhard Fuchs und Alexandra Millner (Leiterin des  Projekts ALBERT DRACH WERKE)
Eine Kooperation mit der Internationalen Albert Drach Gesellschaft

12. November, 20.00 Uhr:
Szenische Einrichtung von drei Erzählungen von Albert Drach: IA UND NEIN

17. November, 20.00 Uhr:
Ein Abend zu Albert Drach mit Drach Biografin Eva Schobel
Eine Kooperation mit der Internationalen Albert Drach Gesellschaft

IA UND NEIN
Drei Erzählungen von Albert Drach

In dem postapokalyptischen Szenario von IA beratschlagen 15 archivierte Herren zwischen 68 und 90 Jahren in einem unterirdischen Kreissaal darüber, wem die Aufgabe zukommen solle, das soeben durch einen Türschlitz hereingekommene weibliche Säugling mit Beischlaf zu beehren, um den Fortgang der menschlichen Rasse sicherzustellen.

In UND. Protokoll, einen Richter betreffend macht sich Antonia Muckenhuber, Haushälterin des betreffenden Richters Alois Balduin Huntzinger, nach dessen mehrtägiger, ihr gegenüber unangekündigter Abwesenheit mit Hilfe des ehemaligen Polizisten Sebastian Besserwisser auf die Suche nach Indizien den Verbleib Huntzingers betreffend. Einige lose Zettel, auf denen der Richter seine Abneigung gegen das Bindewort «und» erläutert, stellen nach Dafürhalten der Muckenhuber einen scheinbar wesentlichen Anhaltspunkt dar.
Trug der adoptierte May Mayer junior in einem früheren Leben, bevor er in den Wirren eines Bombenhagels gegen Ende des zweiten Weltkrieges in seine neuen Adoptiveltern stolperte den jüdischen Namen Jakob Weißschopf oder nicht? Diese Frage flankiert die Geschichte über das Leben von May Mayer Junior, der selbst, abgesehen von gelegentlichen Erinnerungsschwächen und einer eruptiven Lust am Beißen in menschliches Fleisch alle Charaktereigenschaften aufweist, die sich die junge 2. Republik von einem fleißigen Beamten wünschen kann. Selbst äußerst resistent für jegliche Initiative wird Max Mayer nichtsdestoweniger von einer skurrilen Situation in die nächste geworfen.

Die drei Erzählungen IA, UND, NEIN, veröffentlicht zwischen 1983 und 1988, von Albert Drach flankieren diesen Herbst unter anderem Ingrid Langs Inszenierung von "Das Kasperlspiel vom Meister Siebentot" im Theater Nestroyhof Hamakom. In szenischen Einrichtungen von Frederic Lion, Lisa Niederwimmer und Patrick Rothkegel soll so im Drach-Herbst auch die Prosa dieses wiener Ausnahmeautors wieder in Wien hörbar werden.
Mit: Thomas Kamper, Inge Maux, René Rebeiz

Über Albert Drach:
Albert Drach schrieb mehrere Romane, Kurzgeschichten, Gedichte und Theaterstücke. Erst im hohen Alter wurde er für sein literarisches Schaffen gewürdigt. Er wurde 1988 mit dem Georg Büchner Preis ausgezeichnet und erhielt 1990 das österreichische Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst sowie den Manés Sperber-Preis. Als er nach seiner Rückkehr nach Österreich seinen autobiografischen Roman „Unsentimentale Reise" einem Verlag vorlegte, bekam er zur Antwort, dass die Zeit dafür noch nicht reif sei. Bis heute gibt es nicht allzuviele Österreicher denen Albert Drach als Autor ein Begriff ist. Wir wollen das ändern und widmen den Herbst dieser Spielzeit diesem außergewöhnlichen, österreichischen Dichter. Herzlichen Dank an Dr. Eva Schobel und Dr. Alexandra Millner von der internationalen Albert Drach Gesellschaft für die freundliche Unterstützung.

Detaillierte Informationen über den Autor, finden Sie auf der Homepage der Albert Drach Gesellschaft