13. Februar 2022 / 19:00 Uhr

Traumatisierung und Radikalisierung
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Diskussionsveranstaltung

Häusliche Gewalt, Frauenmorde, Angriffe auf Einrichtungen des Gesundheitswesens – gegenwärtig lässt sich in vielen Bereichen der Anstieg von Gewaltbereitschaft beobachten. Hetze gegen Ärzt*innen, antisemitische Parolen und verharmlosende Vergleiche der aktuellen Situation mit der NS-Zeit – die Grenzen dessen, was in großen Teilen der Gesellschaft als akzeptiert gilt, verschieben sich. Welche Auswirkungen haben die Pandemie und die damit einhergehenden Einschränkungen der gewohnten Lebenssituation auf in Österreich lebende Menschen?
Welchen Einfluss haben einschneidende Erlebnisse wie Krieg, Verfolgung und erlebte Gewalt auf die eigene Gewaltbereitschaft? Welche anderen Veränderungen erfährt eine Gesellschaft durch kollektive traumatische Erfahrungen?

Das Thema Traumata zieht sich als Leitmotiv durch die aktuelle Spielzeit des Theater Nestroyhof Hamakom: Von "100 Songs", einem Stück von Roland Schimmelpfennig, das sich mit Terror und der Schwierigkeit des Darüber-Sprechens beschäftigt, über "Herbst der Untertanen", einem Stück von Nino Haratischwili, in dem drei von Krieg gezeichnete Frauen grausam aufeinandertreffen, bis hin zu "The more it comes the more it goes" - einem Theaterabend von David Maayan, der sich mit den Nachfolgegenerationen der Schoa und dem Umgang mit blinden Flecken in der Geschichte auseinandersetzt.

"100 Songs" / "Herbst der Untertanen" (c) Marcel Köhler?

In dieser Diskussion setzen sich Expert*innen aus verschiedenen Fachbereichen über den Zusammenhang von traumatischen Erfahrungen und Radikalisierungstendenzen auseinander.

Psychotraumatologin Univ.-Prof. Dr. Brigitte Lueger-Schuster erforscht seit Jahren die psychosozialen Folgen von traumatischem Stress und hat zuletzt eine groß angelegte Studie zu den Auswirkungen von Covid-19 durchgeführt.

Univ.-Prof. Dr. phil. Marina Gržinić setzt sich als Philosophin und Künstlerin mit unterschiedlichen traumatischen Vergangenheiten Europas auseinander; unter anderem mit dem Nationalsozialismus und Holocaust in Österreich.


Traumatherapeutin Dr. Nina Hermann arbeitet mit Kriegs- und Folterüberlebenden und ist für Hemayat tätig.

Doron Rabinovici ist mehrfach ausgezeichneter Schriftsteller und Historiker.

Bitte reservieren Sie sich ein kostenloses Ticket. Wir freuen uns über eine freie Spende vor Ort.

DISKUTIERENDE
Univ.-Prof. Dr. phil. Marina Gržinić
Dr. Nina Hermann
Univ.-Prof. Dr. Brigitte Lueger-Schuster
Doron Rabinovici