11., 13., 15., 18., 20. Dezember 2019, 20.00 Uhr

Zu ebener Erde und im tiefen Keller
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Adam Smith versus Paul Lafargue / Der Wohlstand der Nationen versus Das Recht auf Faulheit

Eine performative Bildbeschreibung

Mit seinem wegweisenden Hauptwerk Wohlstand der Nationen legte der schottische Moralphilosoph und Wirtschaftstheoretiker Adam Smith (1723-1790) das Fundament der modernen Nationalökonomie. Im festen Vertrauen auf eine sich selbst regulierende, harmonische Wirtschaftsordnung erläutert er in diesem 1000 Seiten umfangreichen Werk die Grundzüge eines freiheitlichen Kapitalismus. Adam Smith Hauptwerk Wohlstand der Nationen gilt immer noch als „Bibel der Liberalen“. Seine gesellschaftliche Vision von der Abwesenheit des staatlichen Einflusses für eine funktionierende freiheitliche Wirtschaftsordnung, ist ein heute mehr denn je politisches Programm. 

Das Recht auf Faulheit von Paul Lafargue, französischer Politiker, Sozialist und Schwiegersohn von Karl Marx, erschien 1848 und war in erster Linie eine satirische Entgegnung der kommunistischen Forderung des Begriffes „Recht auf Arbeit“. Dieser Text war ein Best- Seller seiner Zeit, und wird in den letzten Jahren immer wieder zitiert. Allzu leicht lässt sich die Ausbeutung des Proletariats zu Zeiten der Industrialisierung auf die Situation der leistungsorientierten und Burn-out bedrohten Gesellschaft der Gegenwart übertragen. Lafargue fordert in seinem Text prophetisch den drei Stunden Tag ebenso wie ein Grundeinkommen. Seine Kritik an der Gläubigkeit eines immerwährend wirtschaftlichen Wachstums als Grundlage für Wohlstand, kann heute durchaus als eine Utopie der Entschleunigung gelesen werden. Das Recht auf Faulheit ist die schärfste Abrechnung der kommunistischen Literatur mit dem Begriff Lohnarbeit und auch mit der Hörigkeit des Proletariats mit derselben.

Zwei visionäre Texte und/oder auch zwei fantastische, verstaubte Sackgassen.

Das Theater Nestroyhof Hamakom stellt seine gesamte Architektur, von ebener Erde bis zum tiefen Keller, zur Verfügung. In zwei Bildern werden diese zwei Texte lustvoll performativ konzentriert. Eine theatrale Bildbeschreibung unter Einbezug des Publikums.

MIT:
Jaschka Lämmert
Florian Haslinger
Hubsi Kramar
und anderen
IDEE & REGIE:
Frederic Lion
RAUM:
Andreas Braito
MASKE:
Katharina Lenz