27. September - 29. Oktober

100 Songs
/
Roland Schimmelpfennig

Österreichische Erstaufführung

Eine Gruppe von Männern und Frauen betritt die Bühne. Ganz normale Leute, die sich zufällig zur selben Zeit am selben Ort begegneten. Sie wissen nicht, was sie sagen sollen, weil es zu kompliziert ist, zu einfach, zu weit weg. Denn um acht Uhr fünfundfünfzig und vier Sekunden, kurz nachdem die Trillerpfeife des Bahnhofsvorstehers schrillt, als gerade Kim Carnes „Bette Davies Eyes“ im Radio läuft, fällt der Kellnerin des Bahnhofscafés die Tasse aus der Hand und die Welt geht in Flammen auf.
Und wie soll man das bitte beschreiben?

EIN MANN
Es war, als ob hundert Songs gleichzeitig liefen.
Hundert Songs. Oder mehr.
Tausende von Songs.
Millionen.
Milliarden.
All die Songs aus dem Radio, alle gleichzeitig.
Und plötzlich: alles aus.
Alles still.

In immer neuen Versuchen durchforstet die Gruppe von Männern und Frauen die Zeit zwischen 8:51 Uhr und 8:55 Uhr; taucht tiefer und tiefer in die Leben verschiedenster Menschen ein, die sich zufällig zur selben Zeit an einem Bahnhof aufhielten. Sie skizzieren unterschiedlichste Biografien, Liebesgeschichten, Sehnsüchte, Beziehungsprobleme, Unzulänglichkeiten, all die scheinbaren Banalitäten eines Menschenlebens. Doch die Zeit lässt sich nicht aufhalten und unweigerlich landen die Zeiger der Uhr immer und immer wieder bei acht Uhr fünfundfünfzig, dem Zeitpunkt, an dem all die fremden Menschen am Bahnhof im Moment der Katastrophe schlagartig zu einer Gemeinschaft werden.

Roland Schimmelpfennigs Stück „100 Songs“ ist ein Requiem, ein Stück über Terror. Und dann eigentlich doch über das Leben – denn worüber sonst kann das Theater sprechen. Ein Stück über all die Schönheit und Ängste eines Menschenlebens; die Kraft der Imagination und Verdrängung; über Empathie als Hoffnungsträger, Sehnsüchte und Unzulänglichkeiten.

Roland Schimmelpfennig, gehört mit inzwischen mehr als 40 Stücken, die seit 1994 entstanden und seit 1996 zur Aufführung gekommen sind, zu den produktivsten Dramatikern im deutschsprachigen Raum. Acht Mal wurden seine Stücke zu den Mühlheimer Theatertagen und zwei Mal zum Berliner Theatertreffen eingeladen. Eine Vielzahl von Preisen dokumentiert die hohe Anerkennung für seine Arbeit ebenso wie der Umstand, dass seit mehreren Jahren die Mehrheit seiner Stücke als Auftragsarbeiten für große deutschsprachige Bühnen sowie für ausländische Theater in Dänemark, Japan, Kanada, Schweden oder den USA entstehenn. 

MIT
Sofia Falzberger
Ana Grigalashvili
Katharina Von Harsdorf
Sören Kneidl
Gottfried Neuner
Tobias Voigt
REGIE
Ingrid Lang
BÜHNENBILD
Vincent Mesnaritsch
KOSTÜM
Alina Amman
MUSIK&SOUNDDESIGN
Karl Stirner, Sebastian Seidl
CHOREOGRAFIE
Jasmin Avissar
LICHT
Harald Michlits
DRAMATURGISCHE MITARBEIT
Dominik Fürer
DRAMATURGISCHE BERATUNG
Karl Baratta
REGIEASSISTENZ
Marjetta Singh
BÜHNENBILDHOSPITANZ
Jakob Stadtmüller
AUFFÜHRUNGSRECHTE
Fischer Verlag